„Moin Schietbüddel“ – zwei Wochen mit Hinnärk am Meer

„Moin Schietbüddel“ – so wurden wir (30 Kinder und 15 Teamer) dieses Jahr im Zeltlager jeden Morgen von unserem persönlichen Zeltplatzwart Hinnärk begrüßt. Als wir am 23.07. in Noer an der Ostsee ankamen, war Hinnärk immer ziemlich mürrisch. Dies lag aber nicht daran, dass ihm bei täglich 30°C viel zu warm war, sondern daran, dass er an jedem Morgen neuen Besuch von den verschiedensten Leuten bekam. Und damit sind nicht die Campinggäste gemeint – nein, diese Menschen kamen immer vom Strand. Das war wirklich seltsam, doch zum Glück kam die Studentin Pauli aus Kiel vorbei und hat uns erklärt, was es mit diesen Menschen auf sich hat. Sie hat uns erzählt, dass aufgrund verschiedener Strömungen in den Weltmeeren direkt am Strand von Noer ein Strudel, das sogenannte Eckernförder Oktagon, entsteht. Morgens wird eine Person angespült und abends fährt sie mit einem Floß wieder aufs Meer hinaus, damit sie von dem Strudel wieder in ihre Heimat gebracht wird. Und es wurden die verschiedensten Menschen angespült. Von Christoph Kolumbus und dem Zauberer Merlin über die Wikinger Greta und Tjorge bis zu Schneewittchen und den sieben Zwerge. Um den Angespülten den Tag so schön wie möglich zu gestalten, haben wir uns die verschiedensten Aktivitäten ausgedacht. So haben wir z.B. mit Merlin Zauberstäbe gebaut und Tränke gebraut und für Schneewittchen ihr Märchen umgeschrieben, damit das endlich ein bisschen moderner wird. Ein großes Highlight war auch unsere Kanutour auf der wir uns gemeinsam mit Greta auf die Suche nach ihrem Mann Tjorge gemacht haben, der ihr einfach davongelaufen ist. Dabei hatten wir immer strahlenden Sonnenschein, weshalb wir jeden Tag mindestens einmal gemeinsam in der Ostsee schwimmen waren. Das war eine wichtige und willkommene Abkühlung. Durch die vielen gemeinsamen Aktivitäten hat man dann sogar nach und nach gemerkt, wie Hinnärk immer offener wurde und nicht mehr so mürrisch war. So fiel der Abschied am Ende richtig schwer, auch wenn Hinnärk natürlich eine wichtige Mission hatte. Denn er ist für Pauli und ihre Forschung über das Oktagon an unserem letzten gemeinsamen Abend in den Strudel hineingefahren, um zu verstehen, wie der aufgebaut ist. Am nächsten Tag mussten auch die Kinder abreisen, die sich aber bestimmt auf zuhause und eine Zeit ohne Sand überall gefreut haben. Insgesamt haben wir zwei spannende Wochen mit vielen tollen Erfahrung und Erlebnissen verbracht, die bestimmt lange in Erinnerung bleiben werden.
Johanna Swidereck